Das Zürcher Ressourcen Modell ZRM®

Das ZRM® spielt in meiner Arbeit seit 2012 eine wichtige Rolle. Seither habe ich viele Menschen dabei begleitet, teilweise hartnäckige und schwierige Themen im Bereich des Selbstmanagements positiv für sich zu verändern. Schön finde ich, dass man nicht ständig über Probleme reden muss, sondern einen lustvollen und kreativen Zugang zu eigenen Anliegen findet. Und die Arbeit mit Bildern macht einfach gute Laune …

Wieso machen wir oft nicht das, was wir uns fest vorgenommen haben?

Stell dir vor, du sitzt nach Feierabend gemütlich auf deinem Sofa und plötzlich zwickt dich das schlechte Gewissen: „Eigentlich sollte ich noch Laufen gehen.“ Nach einigen Minuten mit mieser Laune setzt du dich tatsächlich in Bewegung – allerdings Richtung Küche – und kehrst mit einem leckeren Schokokuchen zum Sofa zurück, auf dem du dann den Rest des Abends gemütlich sitzen bleibst.

Mit einem Motto-Ziel macht Veränderung mehr Spaß und gelingt besser!

Stell dir vor, du sitzt nach Feierabend gemütlich auf deinem Sofa und plötzlich zwickt dich das schlechte Gewissen… Du erinnerst dich an dein Motto-Ziel, das du in deinem Coaching formuliert hast. Gestärkt durch den Satz „Ich gönne mir Auslauf und einen freien Kopf“ stehst du vom Sofa auf, ziehst deine Laufschuhe an und gehst raus in die Natur.

Worum geht es beim ZRM?

Anfang der 1990-er Jahre haben Dr. Maja Storch und Dr. Frank Krause das Zürcher Ressourcen Modell entwickelt und ständig empirisch überprüft. Das ZRM stellt einen Ansatz für das Selbstmanagement-Training dar, bei dem es nicht darum geht, ständig diszipliniert gegen den inneren Schweinehund vorzugehen. Das ist anstrengend, macht keinen Spaß und ist auf Dauer oft nicht erfolgreich.
Motto-Ziele sind dagegen motivierend und helfen dabei, immer häufiger im Sinne des Ziels zu handeln.

Aufbauend auf dem Rubikon-Modell von Heckhausen (1989) und Gollwitzer (1990) haben Dr. Maja Storch und Dr. Frank Krause den Rubikon-Prozess entwickelt. Der Rubikon (oberitalienischer Fluss, den Cäsar beim Marsch Richtung Rom überquert hat) wird überschritten, wenn bewusste Motive und Vorsätze mit den unbewussten Bedürfnissen synchronisiert werden. Im Verlauf dieses Prozesses entwickelt die Person ein Motto-Ziel. Dieses Motto-Ziel wirkt sehr tief und ermöglicht in der Regel sehr schnell nach dem ZRM®-Training Handlungen in der gewünschten Richtung.

Die wichtigsten ZRM-Begriffe – kurz erklärt

Mit Hilfe der Affektbilanz werden z.B. aus dem Ideenkorb zum Bild die „Lieblingsideen“ ausgewählt. Das ZRM® arbeitet hier mit 2 Skalen für Affekte – einer negativen und einer positiven. Jede Skala geht von 0-100. Es werden nur die Ideen ausgewählt, die für die Person selbst keinen negtiven Affekt (negative Skala = 0) und einen hohen positiven Affekt (positive Skala bei mindestens 70) auslösen. Alle anderen Begriffe sind nicht für die Entwicklung eines Motto-Ziels geeignet.

Der Ideenkorb ist eine Methode, die im Rahmen des ZRM® entwickelt wurde und hier eine zentrale Rolle spielt. Sie ist eine Art Brainstorming, das mit verteilten Rollen auf eine ganz bestimmte Art und Weise abläuft. Ziel ist es, möglichst viele und unterschiedliche positive Ideen zu entwickeln. Aus diesem virtuellen Korb kann sich dann die Hauptperson bedienen. Der Ideenkorb wird im ZRM® an unterschiedlichen Stellen als Methode eingesetzt.

Der Rubikon-Prozess wurde von Dr. Maja Storch und Dr. Frank Krause basierend auf dem Rubikon-Modell von Heinz Heckhausen und Peter Gollwitzer entwickelt. Sie haben den Rubikon-Prozess vereinfacht und auf eine Anregung von Klaus Grawe hin um die Phase des unbewussten Bedürfnisses nach links erweitert. Der Rubikonprozess beschreibt den Weg, den ein Wunsch auf dem Weg zur Handlung durchläuft.

Das ZRM® ist ein Selbstmanagement-Training, das von Dr. Maja Storch und Dr. Fank Krause für die Universität Zürich entwickelt wurde. Es handelt sich nicht um eine Therapieform, sondern es ist ein psycho-edukatives Verfahren. Es wird laufend weiter entwickelt, seine Wirksamkeit wurde und wird in vielen Studien untersucht.

Um ein Ziel handlungswirksam und motivierend formulieren zu können, ist es wichtig, unbewusste Bedürfnisse mit ins Boot zu nehmen. Das ZRM® beginnt deshalb immer mit der Exploration der unbewussten Bedürfnisse. Diese sind dem Verstand nicht direkt zugänglich, deshalb erfolgt die Arbeit mit Bildern. Bilder ermöglichen Projektionen, damit kann das Unbewusste „zur Sprache“ kommen.
Bei der Bildauswahl achtet die Person darauf, welches Bild das stärkste positive Gefühl auslöst – der Verstand hat „Pause“.

Frank Krause, geboren 1943, Dr. rer. soc., ist diplomierter Sozialwissenschaftler, war langjährig wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Konstanz, Gastdozent an den Universitäten Mainz und Zürich und an der Pädagogischen Hochschule Weingarten, Koautor des Konstanzer Trainingsmodells (KTM), ausgebildet in Gesprächspsychotherapie (GwG) und Psychodrama (Moreno Institut). Er arbeitet als selbständiger Trainer im Bereich ZRM-Selbstmanagement und ZRM-Coaching. Er lebt in Süddeutschland. (Quelle: www.zrm.ch)
Frank Krause hat gemeinsam mit Maja Storch den Rubikon-Prozess und das ZRM® entwickelt.

Im ZRM®-Training beziehen die Teilnehmer*innen ihre Körpersignale als wichtige Information im Rubikon-Prozess mit ein. Der Gehirnforscher Antonio R. Damasio nennt diese Körpersignale „somatische Marker“ (von „soma“ = Körper). Sie liefern uns Informationen aus unserem emotionalen Erfahrungegedächtnis und signalisieren uns, ob eine bestimmte Situation (oder auch ein Ziel) aus Sicht unseres Unbewussten gut für uns ist oder nicht.

Erinnerungshilfen werden im ZRM® eingesetzt, um das neue Motto-Ziel schneller im Gehirn zu „verankern“. Häufige Aktivierung eines neuronales Netzes fördert die Bahnung und ist eine Voraussetzung dafür, dass eine Automatisierung erreicht werden kann. Es gibt bewusste eingesetzte Zielauslöser und unbewusst wirkende Primes. Primes sind Objekte, die an das Motto-Ziel gekoppelt werden.

Motto-Ziele im ZRM® sind Haltungsziele (im Gegensatz zu Verhaltenszielen), die 3 Kriterien genügen. Diese sind: das Motto-Ziel ist ein Annäherungsziel, die Zielerreichung ist zu 100% unter eigener Kontrolle und es löst ausschließlich positive Affekte (mind. +70) aus. Motto-Ziele können sich auf eine ganz bestimmte Sitaution beziehen (z. B. Lernen auf eine Prüfung, Teilnahme an einem Assessment Center, Gespräch mit einem schwierigen Mitarbeiter) oder situationsübergreifend sein (z.B. gelassener sein, gut auf eigene Bedürfnisse achten, den Überblick behalten).

Maja Storch, geboren 1958, Dr. phil., ist Diplompsychologin, Psychodramatherapeutin und Jungsche Psychoanalytikerin. Sie arbeitet als Projektleiterin von ZRM research an der Universität Zürich. Sie ist Inhaberin des Instituts für Selbstmanagement und Motivation Zürich (ISMZ GmbH), einem spin-off der Universität Zürich (www.ismz.ch). Sie lebt in Süddeutschland. (Quelle: www.zrm.ch)
Maja Storch hat zusammen mit Frank Krause den Rubikon-Prozess und das ZRM® entwickelt.